In der letzten Zeit war ich nicht häufig am kulinarisch Experimentieren, dafür umso mehr unterwegs. Es ging in die Provinz. Vom Baseler Flughafen aus hätte man sich preisgünstig einen Transfer bestellen können, wenn man dies zwei Tage vor Abflug getan hätte. Die Expressoption am gleichen Tag war gleich drei Mal so teuer. Aber ich hatte mir ja sowieso schon die Bus- und Bahnverbindung herausgesucht. Wenn ich alleine reise, bin ich ja abenteuerlustig. Und mit mehrmals umsteigen hat man fast das Gefühl, auch ein bisschen Stadtbesichtigung zu betreiben. Als erstes ging es mit dem Bus Nummer 50 Richtung Hauptbahnhof. Kurz vorher bin ich schon in die Tram umgestiegen, um zum Badischen Bahnhof zu fahren. Dort muss man sich ein neues Ticket für die Weiterreise nach Deutschland kaufen. Wenn man dafür nur fünf Minuten Zeit hat und der Bus, den man anschließend nehmen will, nur einmal die Stunde fährt, dann ist das schlecht. Prompt verpasst. Und genug Zeit für eine Salatpause und viel Zeit zum Weiterlesen von „Born to Run“. Dieses Buch hat mich nach der Halbzeit schon dazu inspiriert, mir Barfußschuhe zuzulegen, ich habe mich nur noch nicht entschieden, welche es sein sollen. Das kommt „demnächst“, in der nächsten „ruhigen Minute“. Um auf der Rückfahrt nicht die gleiche Pause einlegen zu müssen, habe ich mir gleich schon mal Tickets für den nächsten Tag geholt, da ging es nämlich schon wieder zurück. Die Fahrt hat mir bis hierhin aber schon sehr viel Freude bereitet. An fast jeder Haltestelle kam die Information, in welche Linie man zu welchem Platz/Ortsteil/etc. umsteigen kann. An einer Stelle hieß es dann: Umsteigemöglichkeit nach Frankreich. Toll, total undetailliert. Jenseits der Grenze schwindet die Ortskundigkeit. Was will man mehr, man ist dann in Frankreich. So habe ich das auch auf dem Rückweg gemacht – während der Übergang für Autofahrer durch einen Zaun gesperrt war, konnte man am Flughafen als Fußgänger von der Schweizer Halle in die Nachbarhalle nach Frankreich wechseln, direkt ins französische Cafe, in dem man für die Euros auch das entsprechende Wechselgeld bekam und keine Schweizer Franken.
Nachdem der Tag nach der Reise auch einigermaßen hektisch war, sitze ich nun wieder im Büro und sehe der Nachmittagsmüdigkeit ins Auge. Bevor sie sich breitmachen kann, schnappe ich mir meine Schokolade mit Kick. Heute morgen habe ich nur das Grundrezept zubereitet (für zwei Portionen):
4 Datteln, entsteint (wer es süßer mag, nimmt mehr)
4 Esslöffel Mandelmus
2 Esslöffel Kakaopulver
2 Teelöffel Macapulver
1 Messerspitze getrocknete Chili (mehr oder weniger nach Geschmack)
400 ml Wasser
in den Mixbehälter geben, den Mixer 10-20 Sekunden auf höchster Stufe laufen lassen, bis das Getränk eine leicht cremige Konsistenz hat.
Zusätzlich gebe ich manchmal noch Zitronen- oder Orangenschale hinzu, eine Messerspitze Vanille und/oder Zimt und/oder etwas Kurkuma – letzteres nicht für den Geschmack, sondern für die Gesundheit 🙂 Statt Mandelmus funktioniert auch Cashewmus gut. Variieren kann man an diesem Rezept viel. Wenn man es eine Weile in den Kühlschrank stellt, ist es nicht nur angenehm kalt sondern hat auch noch den oben genannten Kick entfaltet (durch die getrocknete Chili). Und den müden Nachmittag habe ich wieder verabschiedet.
Für den Extra-Aufmunterer kann man vor dem Trinken auch noch einen (gekühlten) Espresso hineinrühren.






