Es gibt Zeiten, da brauche ich ruhige Wochenenden – um z.B. eine Erkältung auszukurieren – aber meistens geniesse ich ein vollgepacktes Programm. Auch wenn auf einmal schon wieder Montag ist, hatte der Kopf durch die vielen Eindrücke genug Gelegenheit, Distanz zur Arbeit aufzubauen, was manchmal einen guten Start in die Woche ermöglicht. Ich mag meine Arbeit meistens, aber wenn das Wochenende keine Gelegenheit auf Abwechslung geboten hat, dann fällt der Montag manchmal schwer. Heute starte ich entspannt nach einem wunderschönen Wochenende, das eine gute Mischung aus Gemütlichkeit und Entdeckertum enthielt, und das bei traumhaftem Wetter. Gestern haben wir Touristen in der Heimatstadt gespielt und sind ein bisschen durch Straßen geschlendert, in denen wir entweder lange nicht oder noch gar nicht waren. Neben stadtplanerischen Entdeckungen kam das Kulinarische auch nicht zu kurz – nachmittags waren wir bei Daluma im Weinbergsweg essen und haben beschlossen, dass wir dort jetzt häufiger hinmüssen, mindestens bis wir das gesamte Menü einmal durchprobiert haben. Die Adresse spricht allein dadurch schon für sich, dass sie Kaffee von unserem Lieblingshändler im Angebot hat. Als im Magen wieder genug Platz war (also nach einem längeren Spaziergang), haben wir noch Station im Liquid Garden gemacht und uns Anregungen für die eigene Smoothie-Herstellung geholt – unbedingt etwas Zimt und Kardamom muss beim nächsten Mal hinein.
Der Samstag wurde vor lauter Gemütlichkeit schon fast hektisch – nach einem Ausflug zum Markt (auf der Einkaufsliste standen Blaubeeren, in den vollen Taschen war natürlich noch wesentlich mehr), sind wir erstmal in unser Stammcafe zum Frühstücken. Dadurch haben wir erst eine Stunde später gemerkt, dass ausgerechnet die Blaubeeren nicht eingepackt wurden. Alex ist dann nochmal zurück, während ich mich irgendwie nützlich gemacht habe – eigentlich wollte ich jetzt nur noch schnell die Blaubeercreme für meine Blaubeer-Kokoscreme Muffins machen, um damit dann in den Garten der Eltern zu fahren. Wenn man alle Zutaten hat, ist das ein super Rezept, weil es nicht nur lecker, sondern auch wirklich unkompliziert ist und mit ein bisschen Planung richtig schnell gemacht. Wir haben inzwischen einige solcher Rezepte, die mit relativ wenig Aufwand gustatorische Befriedigung versprechen. Da ist auch der Kobold an meiner Seite gern mit von der Partie, schmeißt aber, wenn man nicht aufpasst, eine übriggebliebene Blaubeere in den Brotteig, Himbeeren in den Kartoffelsalat (tatsächlich ein überraschendes und leckeres Geschmackserlebnis!) und Basilikum über das Obst im Frühstückscrumble. Die Blaubeer- und wahlweise auch Erdbeermuffins waren aber bisher immer zu schnell gemacht, als das es zu irgendwelchen Zwischenfällen hätte kommen können und werden auch ohne versteckte Erbse gern vom Kobold gegessen. Ich mache die Muffins mittlerweile in zwei Varianten, je nachdem ob die Adressaten Mandeln vertragen oder nicht.
Für den Teig
- 200 g Mandeln (oder Erdmandelflocken/gemahlene Erdmandeln)
- 150 g getrocknete Datteln, zur besseren Verarbeitung kurz in heißem Wasser eingeweicht
- 3 EL Kokosöl
im Universalzerkleinerer zu einem Teig verarbeiten, evtl. nochmal mit den Händen durchkneten und 12 Kugeln formen. Diese plattdrücken und in 12 Muffinförmchen so ausformen, dass ein 1-2cm hoher Rand entsteht (je dünner, desto knuspriger). Ofen auf 150 Grad vorheizen und die Muffinmulden 15 Minuten backen, anschliessend auskühlen lassen (z.B. über Nacht).
Für die Blaubeer-/Erdbeercreme
- 220 g Kokosmus
- ca. 50 g Datteln (wenn getrocknet, vorher eingeweicht)
- ca. 100 g Blau- oder Erdbeeren
im Universalzerkleinerer mixen, bis alles cremig ist. Jeweils einen gehäuften Esslöffel von der Creme in die Muffinförmchen füllen und mit Blau-/Erd-/Brom-/Himbeeren bzw. Obst nach Laune garnieren. Kann gleich gegessen werden und hält sich einige Tage im Kühlschrank, allerdings wird die Creme dann sehr fest.



