Der letzte wirklich warme Tag im August scheint, wenn man der Wettervorhersage glauben kann, letzten Sonntag gewesen zu sein. Eigentlich hatten wir vor, an den Badesee zu fahren, aber der Himmel war bewölkt, es sah nach Regen aus und schien auch nicht besonders warm zu werden. Wir beschlossen, den Tag für einiges an Aufarbeit zu nutzen – im Sommer bleibt immer viel liegen, da die Zeit sich viel besser nutzen lässt als zum Aufräumen, Steuererklärung machen etc. Am späten Nachmittag sind wir dann doch noch mal aufgebrochen, um zumindest einen Spaziergang an der frischen Luft zu machen. Was in der Wohnung trotz gekippter Fenster bis dahin nicht zu spüren gewesen war (der Schatten im Hof und die Windstille taten wohl ihr Gutes), war die extreme Schwüle und die 30 Grad draußen auf der Straße. Drei Schritte und Alex steuerte in Richtung Eisdiele – laut seiner Ansicht spaziert es sich sowieso besser mit einem Ziel. Dieses Ziel hatten aber viele, und es war uns nicht danach, in einer langen Schlange anzustehen. Also verprach ich, mich zu Hause um eine eigene Eiskreation zu kümmern. Vor ein paar Wochen hatten wir schon mal etwas herumexperimentiert, daher wusste ich, dass Banane und Nussmus für eine cremige Konsistenz sorgen. Folgendes fand den Weg in den Mixer für ein erfrischend-kühles Pfirsicheiscreme-Erlebnis:
2 gefrorene reife Pfirsiche
1 (gefrorene) reife Banane
ca. 150 ml Wasser
2 EL Kokosmus
Einfach, aber fantastisch! Auch der Rest an Johannisbeeren vom vorletzten Wochenmarkt fand noch eine Verwendung in der Garnierung.
Jetzt ist es schon nicht mehr ganz so heiß, aber die Wärme hat sich im Büro gehalten. Darum kommt mir der aus der Not geborene Eisfrucht-Petersilie-Smoothie ganz recht – eigentlich entstammt diese Zusammensetzung der Tatsache eines leeren Kühlschranks. Schon gestern fand sich dort nur noch ein Mini-Romanasalat und ein Pfirsich, heute war komplett geplündert – da freue ich mich besonders auf den morgigen Besuch des Wochenmarkts.
Immerhin war der Eisschrank gut bestückt mit gefrorener Banane, Kirschen und Blaubeeren, auch einen Überschuß an Petersilie und Spinat hatte ich eingefroren. Der Übermut auf dem Wochenmarkt führt ab und zu dazu, dass wir überschätzen, was wir in den nächsten Tagen alles verwenden können, und bevor es schlecht wird, wandert es in den Eisschrank. Den Eisfrucht-Petersilie-Smoothie gab es am Donnerstag in Variante 1 und heute – noch eisiger – in Variante 2. Allen gemeinsam ist
1 gefrorene Banane
12-15 gefrorene Kirschen
1-2 Handvoll gefrorene Blaubeeren (Variante 1: ca. 1 Handvoll)
1 Handvoll gefrorene glatte Petersilie
in Variante 1 kamen noch hinzu:
1 Bergpfirsich
1 Mini-Romanasalat
ca. 200 ml Kokosmilch
ca. 300 ml Wasser
Ich mixe immer zuerst das Grünzeug mit der Flüssigkeit für ca. 30 Sekunden auf höchster Stufe im Hochleistungsmixer, danach kommt das Obst hinzu. Bei gefrorenem Obst stelle ich zunächst eine kleine Umdrehungszahl ein, am Ende dann auch die höchste Stufe.
In Variante 2 befanden sich:
ca. 2 Handvoll gefrorener Spinat
1 Esslöffel Gojibeeren
1 Esslöffel Hanfsamen
Flüssigkeit im Mischungsverhältnis 1:1:1: Wasser:Kokosmilch:Kokoswasser
Je nach gewünschter Konsistenz kann man mehr oder weniger Flüssigkeit hinzufügen – ich hatte pro Flüssigkeit ca. 300 ml hinzugegeben, wodurch das ganze diesmal eher ein Saft als ein Smoothie war. Weniger Flüssigkeit gibt eine cremigere Konsistenz, aber zur Abwechslung war die Saftvariante auch willkommen.
Im Gegensatz zu meinen sonstigen Notfallkreationen schmeckt dieser Smoothie ganz hervorragend, wenn man die Petersiliennote mag. So hervorragend, dass der Zwischenstopp beim Obst- und Gemüsehändler entfiel und es ihn zwei Tage in leichter Variation hintereinander gab. Und auch so hervorragend, dass ich ihn innerhalb von einer Stunde ausgetrunken habe und nicht wie üblich den ganzen Vormittag vor mich hingenibbelt habe. Was allerdings den Nachteil hatte, dass sich schon um halb zwölf der Hunger meldete und nicht wie sonst erst mittags. Zum Glück gibt es gerade Paprika-Zucchini-Brotmuffins als Snack für zwischendurch.


