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Hier Drauftreten bitte! Und ein Cashew-Zitrone-Brombeerkuchen

Was passiert, wenn man ein Schild auf den Boden legt? Jeder wird NICHT auf dieses Schild treten, weil er annimmt, dass das Schild aus dem Grund auf dem Boden liegt, weil es vor etwas warnt, was sich genau an dieser Stelle befindet. Ich glaube, ich war eine der wenigen Personen, die dieses Schild gerade noch rechtzeitig gelesen hat. Es lag vor der Eingangstür des Hauses, in dem mein Bruder wohnt, und ich kam mit dem neuen Lieblingssommerkuchen der Familie zu Besuch. Im Eingangsbereich wurden gerade Ausbesserungsarbeiten durchgeführt. Das Schild war auch kurz Thema beim geselligen Zusammensein: Meine Schwägerin fragte kurz nach der Begrüßung, ob ich auf das Schild getreten sei oder daneben. Sie war nicht draufgetreten, allerdings hatte sie auch erschwerte Bedingungen gehabt: Wer das Haus verläßt, für den steht das Schild auf dem Kopf. Aber selbst aus der „richtigen“ Richtung kommend, musste man Aufwand betreiben, sprich stehenbleiben und eventuell soger tiefer gehen, da die Beschriftung mit mehrfach nachgezogenem Kugelschreiber durchgeführt und nicht unbedingt sehr leserlich war. Hoffentlich werden die Ausbesserungsarbeiten besser gemacht als dieses Schild, wenn das nicht durch das Danebentreten vieler Leute schon verhindert wird. Mehr sollte uns das aber nicht kümmern, denn jetzt war Kaffee und Kuchen angesagt. Da es heiß war, habe ich einen Kühlschrankkuchen mitgebracht, also einen Kuchen, der erst einige Stunden im Kühlschrank stehen muss, um fest zu werden. Inspiriert hat mich der Raw Cherry ‚Cheescake‘ von Julie Daniluk, den man hier finden kann:

https://www.juliedaniluk.com/recipes/raw-cherry-cheesecake.html

Das Rezept soll offensichtlich einen Käse- oder Quarkkuchenersatz darstellen. Optisch sieht es ja so aus, aber geschmacklich ist es etwas ganz anderes – und das ist für mich ein Pluspunkt als Nicht-Käsekuchen-Liebhaber. Geschmacklich ist das Ding der Hammer, wenn man auf Cashews mit Zitrone steht! Der „Teig“ ist genau richtig für eine kleine Springform (20 cm Durchmesser), also ideal wenn nicht so viele Leute mitessen oder als Zweitkuchen. Demnächst muss ich mal ausprobiern, ob man durch Verdoppelung der Zutaten die richtige Menge für eine große Springform hat.

Im Rezept werden „cups“ (amerikanische Messbecher) verwendet. Aus meiner Studienzeit in den Staaten habe ich noch so ein Set. Wer sich sowas auch zulegen möchte, wird z. B. bei Amazon fündig. Für meine Familie werde ich zum Nachmachen aber mal die Grammzahlen auswiegen. Es gibt ja auch Umrechnungstabellen, aber ich weiß nicht, ob ich denen für alle Zutaten vertrauen kann.

Da mir relativ schnell langweilig wird, wenn ich ein und dasselbe Rezept häufig mache (und diesen Kuchen gibt es zur Zeit recht häufig, ist ja wie gesagt zum Lieblingssommerkuchen der Familie geworden), fange ich damit an zu variieren. Als allererstes habe ich, da mir die Walnüsse ausgegangen sind, den Walnußanteil durch Pekannüsse ersetzt. Und da mein Universalzerkleinerer zu klein ist, um den ganzen Schwung Cashews auf einmal zu verarbeiten, ist mir eingefallen, daraus zwei Schichten zu machen. In die eine Hälfte habe ich 6 Brombeeren eingearbeitet – das sorgte sowohl geschmacklich als auch optisch für Begeisterungsausbrüche. Außerdem verwende ich gerne Reissirup, da er keine Fruktose enthält. Das begeisterungsweckende Rezept des Cashew-Zitrone-Brombeerkuchens sieht also so aus:

Für die Kruste:

3/4 cup Pekannüsse

1/2 cup Mandeln

2 Esslöffel Reissirup

Pekannüsse und Mandeln fein mahlen, Reissirup unterrühren. Eine kleine Springform mit Backpapier auslegen (oder nachher länger saubermachen…) und die Masse gleichmäßig auf dem Boden verteilen und anpressen.

Für die Füllung

2 cups Cashews (vorher 2 Stunden lang einweichen, abspülen) mit

6 Esslöffeln Zitronensaft (frisch gepresst),

6 Esslöffeln Reissirup,

1/2 cup Kokosöl (geschmolzen, so wie es im Sommer oder in einer warmen Wohnung eh schon vorliegt…) und

1 Teelöffel Vanillepulver

im Universalzerkleinerer zu einer cremigen Masse verarbeiten. Die Hälfte davon abnehmen und auf dem Boden verteilen. Eventuell kurz in den Gefrierschrank stellen, damit die Oberfläche schon mal etwas fester wird. Den in der Küchenmaschine verbliebenen Anteil mit

6 Brombeeren

nochmal verrühren, bis die Masse gleichmäßig eingefärbt ist. Das Ganze dann als zweite Schicht auf den Kuchen auftragen. Jetzt kann das Zwei-Schicht-System in den Kühlschrank gestellt werden und muss dort für ein paar Stunden bleiben bis es fest ist. Oh, ich könnte schon wieder ein Stück vernaschen! Das nächste Mal wage ich mich an eine Marmorierung, indem ich mit einer Gabel die zwei Schichten teilweise durchmische. Und ich glaube, das ganze wird noch traumhafter durch die Verwendung von Himbeeren statt Brombeeren, aber das müssen die Himbeer- und Brombeerfans unter sich ausmachen.

Ach ja, beim Verlassen des Hauses hat sich der Schildmacher eine Optimierung ausgedacht in dem Versuch, den Durchgangsverkehr am Betreten des Eingangsbereichs zu hindern: Auf jedem einzelnen Stein war jetzt noch ein Kreuz aus Klebestreifen. Ob’s hilft? Vielleicht liest man jetzt ja doch erstmal das Schild vor dem Weiterlaufen.

NACHTRAG: Die Himbeervariante mit Marmorierung ist auch gelungen.

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Aber der Familienfavorit ist mittlerweile ein Brombeer-Blaubeerkuchen nach obigem Rezept, in dem zusätzlich zu den sechs Brombeeren noch 12 Blaubeeren in die zweite Schicht kommen (und eventuell noch etwas Kokosöl).

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Weitere Blaubeeren machen sich optisch und geschmacklich sehr gut auf dem Kuchen drauf. Dieses Stück blieb nicht lange auf dem Teller…

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Grüne Smoothies

Vor einiger Zeit haben wir uns einen Hochleistungsmixer angeschafft. Ich war ganz wild darauf, grüne Smoothies auszuprobieren. Kennengelernt hatten wir die grüne Gesundheit schon vor knapp zwei Jahren in Santa Monica, als wir auf Empfehlung unseres Airbnb-Gastgebers in einem Cafe zu Mittag aßen, das auch eine Saft- und Smoothiebar beherbergte. Und dort gab es jede Menge selbstkreierte grüne und nicht-grüne Smoothies. Wir waren abenteuerlustig und probierten die grüne Variante und waren überrascht, wie lecker das schmeckte.

Nun also ich mit dem neuen Hochleistungsmixer. Was habe ich für Abscheulichkeiten hergestellt. Nach einigen wilden Drauflosmixversuchen gönnte ich mir schließlich doch das ein oder andere Rezeptbuch bzw. stöberte im Internet nach leckeren Rezeptvorschlägen. Auch dort gefiel uns nicht alles, aber die Resultate waren insgesamt schon schmackhafter. Und nachdem man erstmal raus hat was geht und was nicht, gelingt auch vieles in Eigenkreation, wie z.B. Alex Fake-Erdbeer-Smoothie. Wie der Name schon sagt, sind keine Erdbeeren drin. Für mich schmeckt er auch nicht nach Erdbeeren, aber Alex erste Reaktion war: Hmmmm, Erdbeer! Es ist sowieso erstaunlich, was man durch das Zusammenmischen unterschiedlicher Zutaten an Geschmäckern herstellen (und vernichten…) kann. Erinnerte mich an meinen Chemieunterricht, in dem wir einmal Gummibäraroma herstellten, die Ananaskomponente, soweit ich weiß, durch Zusammenschütten verschiedener Chemikalien.

So, hier ist nun erstmal eine gelungene Variante von zusammengeschütteten Zutaten, der gerade erwähnte Fake-Erdbeere Smoothie (für 2):

1 Handvoll Spinat

1 großes Mangoldblatt

1 Bund krause Petersilie

1-2 Stengel Dill

mit Wasser und Kokosmilch im Verhältnis 3:1 (Gesamtmenge: ca. 450-500 ml) ungefähr 30 Sekunden lang mixen. Die Kokosmilch gibt dem ganzen eine cremige Konsistenz. Anschließend

2 Aprikosen

eine ca. 1.5 Zentimeter dicke Scheibe Ananas

1/2 Papaya

dazugeben, nochmal mixen.

So sieht’s aus!

Ich muß zugeben, ich bin kein leidenschaftlicher Koch, aber esse gerne gut und gesund. Außerdem habe ich einen großen Hang zu Abwechslung. Und zu Chaos. So sieht z.B. ein Auszug aus meiner Rezeptesammlung aus:

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Manches drucke ich mir aus, aber vieles schreibe ich auch einfach auf, weil ich mir nicht sicher bin, ob es ein Wiederholungsrezpet wird. Ob man es vielleicht noch abändern muss, so dass es dem persönlichen Gaumen schmeckt, oder komplett umwandeln. Manches dient einfach der Inspiration. Manches entsteht spontan, wird für gut befunden und notiert, bevor es vergessen wird. Die Idee dahinter ist, das, was sich bewährt hat, in eine ordentliche Form zu bringen und geordnet abzuheften. Manchmal klappt das auch, aber meistens werden die Zettel irgendwo zwischengeschoben – wie mein Lieblings-Snack-Rezept, das ich jetzt schon eine Weile suche… Letzteres hat den Anstoß gegeben, einen neuen Ordnungsversuch zu wagen und die Lieblingsrezepte in diesem Blog zu dokumentieren. Gedankliche Abschweifungen nicht ausgeschlossen…